Gezeitenland*

Autor: Philippa Gregory
Seiten: 544
Erscheinungstermin: 01.04.2021
ISBN: 978-3-426-22724-4
Meine Bewertung: ⭐⭐⭐⭐
Zum Verlag:

Klappentext:

1648 ist ein gefährliches Jahr in England – selbst Könige können ihren Kopf verlieren. In einer Mittsommernacht wartet die junge Kräuterkundige Alinor auf dem Friedhof auf den Geist ihres Mannes, der auf See verschollen ist. Stattdessen trifft sie auf einen Flüchtenden, der als Ketzer gejagt wird. Alinor zeigt dem verzweifelten jungen Mann die geheimen Pfade durch den Sumpf – und ahnt nicht, dass sie damit eine Katastrophe heraufbeschwört.
Denn längst haben Alinors Kräuterwissen und eigensinnige Entschlossenheit das Misstrauen der Dörfler geweckt. Als man die Heilkundige nun mit einem Katholiken in Verbindung bringt, folgt ihr bald ein Wort, wohin sie auch geht, erst gemurmelt, dann immer lauter. Ein Wort, dass Alinors Tod bedeutet: »Hexe« …

Meinung:

Ich habe noch nicht viele Historische Romane gelesen, mich hat das Genre aber schon seid einiger Zeit interessiert und mit „Gezeitenland“ habe ich ein Buch gefunden, welches mich vom Klappentext her gleich für sich gewinnen konnte. Viele Themen spielen in dem Buch eine Rolle und für jeden findet sich sicher ein interessanter und spannender Aspekt.

1648 lebt Alinor mit ihren beiden Kinder in England und versucht sich durchzuschlagen, denn ihr Mann ist auf der See verschollen. Eines Nachts wartet sie auf dem Friedhof auf den Geist ihres Mannes, trifft jedoch auf einen Flüchtenden, dem sie hilft, was Ungeahnte folgen hat. Alinor hat viel Wissen in Kräuterkunde und ist auch als Hebamme sehr erfolgreich, was viel Misstrauen weckt und schnell haftet an ihr die Bezeichnung »Hexe«, was den Tod bedeuten kann.

Alinor ist eine starke Protagonistin, die sich nicht unterkriegen lässt. Ihr Mann gilt als verschollen und so muss sie sich und ihre Kinder alleine durchschlagen, was als alleinstehende Frau in der Zeit nicht einfach ist. Sie hat gerade genug Geld für essen und trotzdem hilft sie dem flüchtenden, fremden Mann, denn sie in der Nacht trifft. Sie handelt Selbstlos und ist stets freundlich. Mir hat sie sehr gut gefallen und Seite um Seite ist sie mir sehr ans Herz gewachsen. Ihre freundliche Art bewahrt sie jedoch nicht vor der Missgunst ihrer Mitmenschen und dadurch weckt das Buch eine Achterbahn der Gefühle. Obwohl mir ihre Art sehr gefallen hat, gibt es dennoch die ein oder Handlungen die ich etwas töricht fand, aber es wird deutlich das jeder seine Fehler macht und das verleiht der Geschichte viel Authentizität.

Aber nicht nur das Leben von Alinor spielt in dem Buch eine Rolle, sondern auch der flüchtende Mann, der sich ihr unter dem Namen James vorstellt. Mit James zieht in die Geschichte auch der König und das Parlament in die Geschichte, was mich leider nicht ganz angesprochen hat. Das Spiel zwischen König und Parlament und dem englischen Bürgerkrieg findet in dem Buch viel Platz, jedoch bin ich mit dem Thema nicht vertraut und die Namen, sowie der Verlauf waren für mich uninteressant und langweilig. Das mag auch daran liegen, dass der Bürgerkrieg am Anfang des Buches schon fast am Ende war und der Leser mitten rein geworfen wird.

Beim Inhalt des Buches bin ich hin und her gerissen. Die eine Hälfte hat mir sehr gut gefallen und ich habe gerne in dem Buch gelesen, die andere war für mich uninteressant und langweilig. Dennoch nimmt Alinors Leben mehr Platz ein und ist ohne Probleme zu verfolgen. Leider wurde mir das Thema „Hexenverfolgung“ etwas zu wenig aufgegriffen und auch erst recht spät im Buch. Dennoch konnte mich der Verlauf und die Gestaltung am Ende trotzdem überzeugen. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und ich hatte auf keiner Seite Probleme. Auch die Gestaltung des Settings hat mir gut gefallen, auch wenn diese sehr ausführlich ist. Gerade die Umgebung in der Alinor wohnt wird immer und immer wieder ausgearbeitet, obwohl es irgendwie doch immer das selbe ist und das kann schnell ermüdend werden und streckt das Buch unnötig in die länge. Wer jedoch ein Fan von sehr genauen und langen Darstellungen ist, ist bei dem Buch genau an der richtigen Stelle. Aber auch für alle die damit eher weniger Anfangen können, so wie ich, sollten das Buch deswegen nicht gleich abschreiben.

Fazit:

Mit einer starken Protagonistin, die sich gegen Missgunst behaupten muss, erzählt die Autorin eine Geschichte aus dem Jahre 1648, in dem der englische Bürgerkrieg herrscht und fast sein Ende findet. Der Leser wird in das Geschehen des Bürgerkrieges hineingeworfen und das hat mir das Verfolgen der Geschichte in dem Bereich sehr schwierig gemacht, gerade weil ich keine Vorkenntnisse mitgebracht habe. Auch wenn ich von dem Bereich des Buches nicht angesprochen wurde und manche Szenen uninteressant und langweilig waren, hat mir die Geschichte und das Leben von Alinor dennoch sehr gefallen. Mit ihrem Wissen in Kräuterkunde und ihr Können als Hebamme versucht sie Geld für sich und ihre Kinder aufzutreiben, jedoch trifft das auf die Missgunst ihrer Mitmenschen. Vielleich fehlt dem Buch an den ein oder anderen Stellen an Tiefe und auf den fast 550 Seiten passiert nicht sonderlich viel, dennoch hat mir das Lesen des Buches im großen und ganzen sehr Spaß gemacht und ich hoffe sehr auf die Übersetzung von Band 2, denn die Geschichte von Alinor ist noch nicht aus erzählt. Trotz der ein oder anderen Kritikpunkte bekommt das Buch von mir trotzdem 4 Sterne. Wer große Probleme mit dem politischen Aspekt hat und sich dafür nicht erwärmen kann, sollte sich nach einem anderen Buch umschauen. Dennoch empfehle ich nur jedem, dem Buch eine Chance zugeben, denn die Geschichte von Alinor ist mit seinen vielen Fassetten aufjedenfall Lesenswert.

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